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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufswahl für Behinderte


Autor/in:

Tischer, Erich


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Deutsche Behinderten Zeitschrift, 2001, 38. Jahrgang (Heft 2), Seite 38-39, Remagen: Reha-Verlag, ISSN: 0939-4702


Jahr:

2001



Abstract:


Der Artikel befasst sich mit der Berufswahl von Behinderten.

Berufswahl und die spätere Arbeitswahl stellen im Leben eines behinderten Jugendlichen die wichtigsten Entscheidungen dar. Es bedarf dabei vor allem der langfristigen und verständnisvollen Hilfe der Eltern, Lehrer, Berufsberater, Ärzte und Betriebe. Für eine eventuelle Studienwahl beziehungsweise Berufswahl sollten nicht nur Neigungen, Interessen und entsprechende Fähigkeiten sowie Verdienstmöglichkeiten ausschlagebend sein, sondern auch im Hinblick auf die Sicherung eines zukunftsträchtigen Arbeitsplatzes markwirtschaftliche Erfordernisse.

Hinsichtlich der Unterstützung durch die Eltern ist die erfolgreiche Erziehungsarbeit im Elternhaus, vor allem die Anerziehung eines gesunden Lern- und Arbeitswillen wichtig. Bedeutsam ist auch die frühzeitige Herausbildung einer realen, dem physischen und psychischen Leistungsvermögen angepassten Berufs-und Arbeitsperspektive, die häufig zu einer Verbesserung der Arbeitseinstellung und zu einer Intensivierung des Lernens führt.

Es gilt, bereits frühzeitig und altersverständlich mit der Berufsaufklärung, schließlich mit der Berufswahlvorbereitung, dem beruflichen Such- und Findeprozess zu beginnen. Eine gezielte Berufswahlvorbereitung setzt dann in altersgerechter Weise in der Schule ein. Vor allem im Unterricht der Sekundarstufe erfahren die behinderten Schüler wichtige Informationen über Berufe und Betriebe. Besonders das Unterrichtsfach Arbeitslehre mit den Bereichen Technik, Haushalt und Wirtschaft erlangt hierbei Bedeutung. So gewinnen die Schüler im Bereich Technik Erfahrungen im Umgang mit Werkstoffen, Werkzeugen und Maschinen.

Durch Arbeitsplatz- und Betriebserkundigungen, Betriebspraktika sowie Kontakten zu Verwaltungsinstitutionen erhalten die behinderten Schüler Einblick in die Anforderungen der Berufswelt. Hierdurch gewinnen sie nicht nur Anhaltspunkte für die Berufsorientierung, sondern auch Hilfen zur Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit.

Über die Ausbildungsmöglichkeiten für Behinderte informieren im Einzelnen die Beratungsstellen der Schul-und Arbeitsämter. Da nicht immer Art und Schwere der Behinderung eine betriebliche oder überbetriebliche Ausbildung zulassen, bietet für solche behinderten Jugendlichen die BBW Hilfe und Unterstützung durch begleitende Maßnahmen an, die auf die Schwierigkeiten der behinderten Jugendlichen eingehen.

Das Ausbildungsprogramm ist breit angelegt. Nähere Inhalte über die Ausbildungsberufe sind der Broschüre über Berufsbildungswerke (BBW) zu entnehmen. Die Ausbildung in den BBW wird durch Betriebspraktika ergänzt. Ferner gibt es in den BBW spezifische Förderlehrgänge sowie Möglichkeiten der Berufsfindung und Arbeitserprobung. Das Ziel der Förderlehrgänge ist, noch nicht ausbildungsfähige Jugendliche vor Beginn der eigentlichen Ausbildung in einer einjährigen Fördermaßnahme zur Ausbildungsreife zu führen oder eine Arbeitnehmertätigkeit zu ermöglichen.

Die Berufsfindung/Arbeitserprobung dient zur Abklärung der Rehabilitations- beziehungsweise Ausbildungsmöglichkeiten. Bei der Berufswahl behinderter Jugendlicher ist die individuelle Berufsberatung von zentraler Bedeutung. Diese Beratung muss realitätsbezogen sein. Des Weiteren muss für die behinderten Jugendlichen, auf realisierbare Berufs- und Ausbildungsvorstellungen hingearbeitet und Hinweise zu Arbeitsmarktchancen und Risiken unter Berücksichtigung der regionalen Betriebsstrukturen gegeben werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Behinderten Zeitschrift
Homepage: https://www.reha-verlag.com/dbz/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0112/3346


Informationsstand: 30.07.2001

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