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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Frechener Konzept: Maßnahmebezogener Berufsschulunterricht im Rahmen der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen


Autor/in:

Saelens, Robert; Müllem-Bensberg, Walter


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e.V. (BAG BBW)


Quelle:

Berufliche Rehabilitation, 2008, 22. Jahrgang (Heft 3), Seite 181-187, Freiburg im Breisgau: Lambertus, ISSN: 0931-0889


Jahr:

2008



Abstract:


Die Autoren thematisieren den maßnahmebezogenen Berufsschulunterricht im Rahmen der Berufsvorbereitenden Maßnahme. Die Jugenddorf Christopherusschule in Frechen hat sich diesem Thema mit Achtsamkeit auf Strukturfragen einerseits und Prozessaufmerksamkeit andererseits, genähert. Zudem war es notwendig die schulischen Arbeitsprozesse mit den Arbeitsformen des Ausbildungsträgers abzustimmen.

Das Ausbildungsangebot der Maßnahme richtet sich an Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren, die noch keine Erstausbildung absolviert haben und die in den Bereichen des Lernens und der emotionalen Entwicklung besonders gefördert werden müssen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, zu überprüfen und zu bewerten, so dass ihnen die Berufswahl erleichtert wird und sie für eine Ausbildung fit gemacht werden. Dabei soll besonders auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen eingegangen werden.

Für die Schule ist es besonders wichtig, dem Lernprozess mehr Aufmerksamkeit zu schenken, was im Einzelnen heißt, dass das tägliche Bildungsgeschehen in den Vordergrund tritt und aktiv gesteuert wird. Diese Steuerung erfolgt durch regelmäßige Teambesprechungen der Lehrer, in denen alle Erfahrungen ausgetaucht, im Dialog reflektiert und Lösungen umgesetzt werden, die zu einer fortwährenden Beziehungsarbeit führen.

Im Verlauf der Bildungsmaßnahme müssen die Fragen wozu der Teilnehmer geeignet ist, für welchen Beruf der Teilnehmer sich entschieden hat und ob er in diesem ausbildbar ist sowie ob der Teilnehmer ausbildungsreif oder sinnvoll in eine Arbeit vermittelbar ist, beantwortet werden. Für diese Fragen müssen Antworten in der Beziehungsarbeit sowie in den Inhalten und Prozessen der Berufsvorbereitenden Maßnahme gesucht werden.

Um den Schüler individuell fördern zu können, wird bei der Profilerstellung auf den Kreis der Arbeit, einem Modell von C. Haerlin zurückgegriffen. Dieser Kreis unterteilt die Arbeitsfähigkeit in drei große Bereiche, den Intellektuellen, den emotionalen und den körperlichen Teil. Auf diese drei Bereiche kann von außen ein gewisser Einfluss genommen werden. Im Inneren des Kreises steht das Selbst, das einen wichtigen Teil der Arbeitsfähigkeit ausmacht, da es das Selbstbild und Selbstwertgefühl des Menschen darstellt.

Gerade hier muss besonders angesetzt werden, um den Teilnehmern der Bildungsmaßnahme das nötige Selbstvertrauen zu geben, sich für die Teilhabe an der Gesellschaft in Form einer Ausbildung oder Arbeitsstelle, einzusetzen. Schafft man es während der Maßnahme, den Schülern das Gefühl der Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit zu geben, kann die Berufs- und Arbeitsfähigkeit im Kern gefördert werden.

Aus Sicht der Schule muss eine Stärkung und Entwicklung der Berufsfähigkeit vor und in aller Förderung einzelner Fähigkeiten und Fertigkeiten ein Prozess der Stärkung des Selbstwertes sein. Eine Reflexion berufsvorbereitender Maßnahmen unter Einbeziehung dieses zentralen Aspektes wäre aus Sicht der Schule ein wünschenswertes und notwendiges Kontinuum.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Adresse: CJD Berufsbildungswerk Frechen




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Berufliche Rehabilitation - Beiträge zur beruflichen und sozialen Teilhabe junger Menschen mit Behinderungen
Homepage: https://www.bagbbw.de/verband/fachzeitschrift/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0062/6896


Informationsstand: 09.12.2008

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