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Bibliographische Angaben zur Publikation

Teilnehmer-Eingangsvoraussetzungen bei BvB-Maßnahmen und Ausbildungen mit Beginntermin Herbst 2007 in Berufsbildungswerken

Eine Untersuchung im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke



Autor/in:

Seyd, Wolfgang; Schulz, Katrin; Mentz, Michael


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e.V. (BAG BBW)


Quelle:

Berufliche Rehabilitation, 2008, 22. Jahrgang (Heft 4), Seite 239-246, Freiburg im Breisgau: Lambertus, ISSN: 0931-0889


Jahr:

2008



Abstract:


Wolfgang Seyd, Katrin Schulz und Michael Mentz stellen die Teilnehmer-Eingangsvoraussetzungen bei BvB-Maßnahmen mit Beginn im Herbst 2007 in Berufsbildungswerken dar.

Die Untersuchung wurde nun schon zum sechsten Mal von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke in Auftrag gegeben und so bereits viele Erkenntnisse über den Personenkreis sowie Weiterentwicklungsbedarfe des Leistungsangebots gewonnen werden. An der sechsten Untersuchung haben sich bis auf zwei Berufsbildungswerke alle beteiligt. Begleitet werden die Untersuchungen von einem Fachausschuss der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke.

Die Autoren gehen in dem Bericht auf zwei Auswertungen ein, eine Statusauswertung auf der Basis der Daten für die BvB-Teilnehmer und Ausbildungsbeginner 2007 sowie eine Verlaufsauswertung, bei der nur der Personenkreis derjenigen Berufsbildungswerke betrachtet wird, die an den vier Erhebungen 2004 bis 2007 teilgenommen haben. Die Einholung der Daten erfolgte zwischen August 2007 und März 2008. Insgesamt wurden 2.601 BvB-Bögen aus 48 Berufsbildungswerken und 4.365 Ausbildungsbögen aus 49 Berufsbildungswerken eingesandt.

64,8 Prozent der BvB-Teilnehmer und 65,6 Prozent der Ausbildungsbeginner sind männlichen Geschlechts. Die Bundesagentur für Arbeit ist mit einem Anteil von 97,8 Prozent nach wie vor die Hauptträgerin, allerdings ist auch die Jugendhilfe mit 47 Fällen bei den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und 45 Fällen bei den Ausbildungsbeginnern stärker vertreten.

Durchschnittlich sind die BvB-Teilnehmer 17,8 Jahre und die Ausbildungsbeginner 19,1 Jahre alt. Der Anteil der schwerbehinderten Jugendlichen ist von 39 Prozent im Jahr 2003 auf 30,8 Prozent im Jahr 2007 gesunken. Bei den Ausbildungsbeginnern lag die Zahl 2007 bei 24, 8 Prozent. Bei 91 Prozent der BvB-Teilnehmer ist die Muttersprache deutsch und bei den Ausbildungsbeginnern hat jeder Zehnte als Muttersprache deutsch.

Insgesamt ist die Zahl der lernbehinderten Jugendlichen, die mehrheitlich komplexe Lernbeeinträchtigungen haben, in Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen rückläufig, obwohl sich die Zahl um 200 erhöht hat. Der gleiche Trend ist bei den Auszubildenden zu beobachten. Es lassen sich zehn Diagnosen herausfiltern, deren Veränderungen zu denken geben. Während Jugendliche mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung) den stärksten Anstieg verzeichnen, sind lediglich Jugendliche mit Psychosen zahlenmäßig geringer vertreten. Es zeigt sich, dass die Häufigkeit der Diagnosen mit hohem Betreuungsaufwand steigt, ebenso der Anteil an Jugendlichen mit Mehrfachdiagnosen.

Angeführt wird die Rangliste der Ausbildungsberufe von den Hauswirtschaftshelferinnen mit 369 Nennungen gefolgt von den Bürokaufleuten und Kaufleuten für Bürokommunikation mit gemeinsam 364 Nennungen. Kritisch stellen die Autoren fest, dass ausgerechnet in den chancenreichen technischen Berufen eine negative Entwicklung spürbar ist. Mit nur 5 Prozent bei den BvB-Teilnehmern und 2 Prozent bei den Auszubildenden kommen vorzeitige Beendigungen weiterhin sehr selten vor.

Abschließend fassen die Autoren zusammen, dass behinderte Jugendliche mit Diagnosen, die sie als besonders unterstützungsbedürftig kennzeichnen, vermehrt BvB-Teilnehmer und Auszubildende in Berufsbildungswerken werden. Zudem ist eine eindeutige Zunahme beispielsweise bei Persönlichkeitsstörungen, ADHS sowie Jugendlichen mit multiplen Störungen erkennbar. Was ihre familiäre Sozialisation angeht, unterscheiden sich die Jugendlichen nur wenig von ihren Altersgenossen.

Sorge bereite jedoch die hohe Zahl psychisch beeinträchtigter Jungendlicher, die insbesondere in die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen einmünden. Allerdings könne eine Teilnehmer-Eingangserhebung keine Strategien erproben. Das sei Sache von Modellversuchen, die bitter nötig seien. Sie halten die Berufsbildungswerke dazu an, ihr Leistungsprofil zu schärfen und vermehrt auf sich wandelnde Arbeitsplatzanforderungen zu schauen, damit die Teilnehmer zielgerichtet und anforderungsgerecht ausgebildet werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Berufliche Rehabilitation - Beiträge zur beruflichen und sozialen Teilhabe junger Menschen mit Behinderungen
Homepage: https://www.bagbbw.de/verband/fachzeitschrift/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0062/626107


Informationsstand: 23.01.2009

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